Sonntagsmusik im Ardeyhaus



Vor zwei Jahren ist im Ardeyhaus ein neuer Flügel angeschafft worden. Seitdem haben dort mehrmals kammermusikalische Veranstaltungen stattgefunden, die auf großes Interesse stießen.

Seit März 2016 ist Christian Casdorff Pfarrer in unserer Gemeinde. Er hat in seiner früheren Stelle regelmäßig "Soireen" durchgeführt, die ebenfalls großen Anklang fanden. Oft standen hier Werke unbekannter Komponisten oder auch Lesungen aus Werken unbekannter Schriftsteller im Mittelpunkt.

In der neuen Reihe "Sonntagsmusik im Ardeyhaus" soll diese Tradition in veränderter Form fortgeführt werden. Etwa viermal im Jahr laden wir ein zu einer kleinen musikalischen Veranstaltung im Ardeyhaus an einem Sonntagnachmittag.

Sonntag, 16. Juli 2017, 17.00 Uhr: Sonntagsmusik im Ardeyhaus
"Sehnsuchtsschmerz und Hoffnungsfreude"
Klaviermusik zu vier Händen von Philipp Scharwenka
und eine Liebesgeschichte von Hermine Villinger:
Eine Erinnerung an zwei einst Berühmte zu ihren 100. Todestagen
(Mit Bettina und Christian Casdorff)


Von ihrem früheren Ruhm ist kaum etwas geblieben: der Komponist Philipp Scharwenka war in Berlin ein sehr beliebter Lehrer und Konservatoriumsleiter - und alle spielten seine tiefromantischen Klavierstücke; die Schriftstellerin Hermine Villinger landete mit ihrer ungekünstelten Sprache so manchen Bestseller. Sie verortete ihre Erzählungen weniger auf Schlössern, sondern fand die Anregungen auf den Straßen in und um Karlsruhe, ihrer Heimatstadt.

Christian Casdorff wird denn auch eine Liebesgeschichte von Hermine Villinger vorlesen, die von zwei Menschen handelt, die für die Gesellschaft "nicht in Betracht kommen". Zwischendurch spielt Ehepaar Casdorff eine Reihe vierhändiger Werke von Scharwenka: von melancholisch schwelgend bis tänzerisch auftrumpfend.

Ardeyhaus, Paradieser Weg 84
Eintritt frei, Kollekte am Ausgang

Sonntag, 29. Januar 2017, 17.00 Uhr: Sonntagsmusik im Ardeyhaus
"...und eine unvernünftige Liebe"
Zum 100. Geburtstag: Eine Klavierlehrerin-Geschichte von Carson McCullers
Zum 100. Todestag: Ragtimes für Klavier von Scott Joplin


Carson McCullers, deren 100. Geburtstag und 50. Todestag 2017 zu begehen ist, wollte eigentlich Pianistin werden - und wurde eine große Schriftstellerin. In ihren Geschichten werden gerade die Verlierer und Randgänger der Gesellschaft mit wundersamen Glanz versehen. Barak Obama und Elke Heidenreich zählen zu ihrer dankbaren Leserschaft. Christian Casdorff wird seine Lieblingsgeschichte von McCullers vorlesen und von ihrem Leben erzählen. Dazu spielt er einige Klavier-Ragtimes des 1917 mit 49 Jahren gestorbenen Scott Joplin. Dessen berühmten "Entertainer" lässt er dabei weg. Aber er berichtet ein wenig von Joplins Lebens- und Liebesgeschichte. Und die klingt, als sei sie von Carson McCullers erdacht... mit Christian Casdorff (Erzähler & am Flügel
Ardeyhaus, Paradieser Weg 84
Eintritt frei, Kollekte am Ausgang

Sonntag, 28. August 2016, 17.00 Uhr: Sonntagsmusik im Ardeyhaus
"Bald rauschten die Klänge einer Polka herüber" - Romantische Raritäten für Klavier zu vier Händen von Enrique Granados, Iwan Knorr, Emil Krause, Ernst Rudorff und Eduard Strauss".
Dazu Texte von Marie Ebner-Eschenbach.


Bettina und Christian Casdorff
Ardeyhaus, Paradieser Weg 84
Eintritt frei, Kollekte am Ausgang

Sonntag, 29. Mai 2016, 17.00 Uhr: Sonntagsmusik im Ardeyhaus
Klaviermusik von Erik Satie und Wladimir Rebikow, beide geboren im Mai vor 150 Jahren.
Dazu Glücksgeschichten und -gedichte von einigen ihrer Zeitgenossen
Mit Christian Casdorff (Erzähler & am Flügel)


"Träume vom Glück": so lautet die Überschrift einer musikalisch-literarischen Stunde, die um 17 Uhr im Ardeyhaus (Paradieser Weg 82) beginnt. Christian Casdorff wird Klaviermusik von zwei zu Lebzeiten bemerkenswert erfolglosen Komponisten spielen: Erik Satie und Wladimir Rebikow. Sie wurden beide im Mai vor 150 Jahren geboren und legten beide Wert darauf, dass ihre Musik nicht so klang wie die von Richard Wagner. "Träume vom Glück" hat Rebikow fünf seiner Klavierstücke genannt: durchweg von einer auffallenden Ruhe gekennzeichnet, die auch bei Erik Satie oft anzutreffen ist.

Christian Casdorff wird zwischendurch vom an Niederlagen reichen Leben der Komponisten erzählen. Auch wird er Texte einiger ihrer Zeitgenossen zum Thema "Glück" einstreuen - z.B. von Romain Rolland und Hugo Salus. Sie gehören ebenfalls zum Jahrgang 1866. Und beiden war klar, dass Glück nicht mit Erfolg zu verwechseln ist.