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Geschichte
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Geschichte


Die erste historisch belegte Orgel der St. Petrikirche ist ein Instrument von Johann Busse, das von 1610 bis 1660 in der Petrikirche stand.

Neue gottesdienstliche Aufgaben machten schon bald ein neues Instrument erforderlich. 1653/57 baute der Bielefelder Orgelbaumeister Hans Henrich Reinking eine neue Orgel, die erst auf der Westempore stand, aber 1704 auf eine Orgelbühne im Chorraum versetzt wurde. Die barocke "Reinking-Orgel" blieb bis Mitte des 19. Jahrhunderts in der Kirche.

Im 19. Jahrhundert änderte sich der musikalische Geschmack. Die Gemeinde wollte ein Instrument, auf dem man die romantische Konzertmusik darstellen konnte. Deshalb mußte die barocke Reinking-Orgel weichen.
1867 kam die neue Orgel der Firma Schulze-Paulinzella in die Kirche. Als am 28.2.1945 Chor und Kreuzschiff bei einem Bombenangriff einstürzten, wurde die Orgel schwer beschädigt. Der Prospekt fiel durch den Luftdruck auf die Orgel und wurde zerstört.

1949 wird die Orgel von der Lübecker Orgelbaufirma Kemper wiederhergestellt und im Sinne der (neobarocken) Orgelbewegung um einige Register erweitert. Sie war jedoch in der Folgezeit nur noch schwer spielbar. Schon 10 Jahre später empfahlen die Orgelsachverständigen einen Neubau. Mitte der 60er Jahre wird die Schulze-/Kemper-Orgel abgebaut.

Für eine kleine Zeit wird eine Behelfsorgel der Firma Hammer im nördlichen Seitenchor aufgestellt.

Im Jahr 1977 kommt die „Steinmeyer-Orgel“ in die Kirche. Sie wird aus der St.Sebaldus-Kirche in Nürnberg gebraucht übernommen. Diese Orgel hatte die Fa. Steinmeyer ursprünglich 1904 für die St.Jakobskirche in Oettingen gebaut. Nach dem 2. Weltkrieg kam sie nach Nürnberg und wurde sowohl beim Ankauf als auch bei einem späteren Standortwechsel innerhalb der Sebalduskirche umgebaut. Als 1973 St.Sebaldus eine neue Orgel bekam, wurde die alte Orgel zunächst bei der Firma Steinmeyer eingelagert. Der damalige Soester Kantor Friedrich Ehrlinger setzte sich daraufhin für einen Ankauf nach Soest ein. Das Instrument durfte jedoch aus Denkmalschutzgründen nicht auf der Westempore von St.Petri aufgestellt werden, sondern mußte auf die nördliche Seitenempore, was wieder erhebliche Umbauten nötig machte. In einem zweiten Bauabschnitt Ende der 70er Jahre wurde die Orgel um ein Schwellwerk erweitert.
Die Steinmeyer-Orgel hat 30 Jahre in der Petrikirche gestanden und gespielt. Das Material der Orgel war durch die vielen Umbauten aber sehr heterogen. Es war keine Orgel mehr aus einem Guß, der ein einheitliches Klangkonzept zugrunde gelegen hätte. Defekte häuften sich.


Im Jahr 1997 reiften die ersten Pläne zu einem Orgelneubau. Der Verein „Orgelfreunde St.Petri e.V.“ wird gegründet. Orgelfahrten werden unternommen, Aktionen und Feste durchgeführt, um Geld zu sammeln. Das Presbyterium beschließt, auf einen Neubau zuzugehen. Die Wahl fällt auf die Firma „Freiburger Orgelbau Hartwig Späth“, mit der 2001 der Vertrag abgeschlossen wird. Wie in früheren Zeiten soll die Orgel auf der „Kaiserempore“ stehen.


Im Jahr 2003 wird die Disposition endgültig festgelegt: Die Orgel wird 47 Register + 3 Transmissionsregister haben, verteilt auf drei Manuale und Pedal.

Im Jahr 2004 wird eine Einigung über den Orgelprospekt erzielt, nachdem lange Zeit mehrere Entwürfe im Gespräch waren.

Im Herbst 2005 wird in der Fa. Späth bereits an der Orgel gebaut. Die Farbfassung (weinrot, grau abgesetzt) wird beschlossen.

Anfang Juni 2006 wird die alte Steinmeyer-Orgel in der St.Petrikirche abgebaut. Die knapp 1000 übrig gebliebenen Pfeifen werden an Interessenten verkauft.

Am 7.und 8.Juli 2006 besuchte eine Delegation aus Soest die Werkstatt der Fa. Späth, um sich die dort aufgestellte Orgel anzuschauen.

Seit dem 18. September 2006 läuft der Aufbau der neuen Orgel in der St. Petrikirche.

Am 3. Dezember 2006 wird die neue Späth-Orgel feierlich eingeweiht.