Ein Rundgang (Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die Bilder)

Das Viegenerportal Die Kirche hat zwei prächtige Portale im südlichen und nördlichen Kreuzschiff.

Das Nordportal war früher der Haupteingang vom nahen Rathaus her, durch den bei feierlichen Gelegenheiten die Stadtväter einzogen. Die 1968 von dem Zürcher Bildhauer Thomas Walter Casanova gestaltete Eingangstür zeigt Gestalten und Ereignisse aus der Soester Reformationsgeschichte.
Das Die Bronzetür im Südportal ist von dem Soester Künstler Fritz Viegener 1958 gestaltet worden. Sie zeigt Szenen aus der Apokalypse des Johannes. Das Tympanon aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts zeigt die Siedung des Apostels Johannes vor Kaiser Domitian. Der Legende nach soll der Apostel in einen Kessel mit heißem Öl geworfen worden sein, dass sich aber durch ein Wunder in ein erfrischendes Bad verwandelte. Neben ihm ein bärtiger(!) Engel.
Den Rundgang durch die Kirche beginnt man am besten in der Turmhalle im Westen. Sie ist der älteste Teil der Kirche. Säulenreihen erinnern an einen Wald, der durchschritten werden muss, um ins Licht zu gelangen. Die tiefen Rillen an den Säulen haben Schwerter verursacht. Man wollte sie dadurch wohl unbesiegbar machen, vielleicht aber auch symbolisch "stumpf", weil man in einem Gotteshaus kein Schwert braucht.
Die Grabplatten waren früher in der Kirche verteilt und wurden nach 1945 an ihre jetzige Stelle verlegt.

Wandmalerei an einem Pfeiler der Nordseite (um 1400) Wenn man linker Hand nach Norden geht, kann man einen Blick in das sog. „Paradies“werfen, der Eingangshalle des Nordportals. Früher, als rund um die Kirche der Friedhof lag, wurde es als Friedhofshalle benutzt.
An einer Säule ist eine alte Malerei zu sehen. Früher standen vor den Säulen Altäre. Die Wandmalereien waren also einmal Altarbilder. Dieses Bild stammt etwa aus dem Jahr 1400 und kommt aus der Werkstatt des berühmten Malers Conrad von Soest. Es zeigt auf auffällig rotem Untergrund die Kreuzigung Jesu.
Kreuzigungsgruppe im nördlichen Kreuzschiff Gehen wir im nördlichen Seitenschiff weiter. Schon von weitem sehen wir ein sog. „Triumphkreuz“. Es zeigt den gekreuzigten Christus als erhöhten Herrn der Welt, daneben Maria und Johannes. Auf der Brust des Christuskorpus ist eine metallene Fassung zu sehen, in der sich ein Bergkristall befand. Die vier Enden der Kreuzesbalken münden in viereckige Medaillons mit den Evangelistensymbolen.
Kreuz und Seitenfiguren werden ins 14. Jh. datiert, der Corpus ins 15. Jh.

Ältestes Fenster der Kirche im sog. 'Herrenchörchen' Kurz vorher öffnet sich an der linken Seite ein kleiner Raum, das sog. "Herrenchörchen“. Es diente früher den Ratsherrn als für sie reservierter Gottesdienstplatz. Hier befinden sich die ältesten Fenster der Kirche. Sie zeigen die beiden Apostel Petrus und Paulus. Das schönste Fenster ist im Jahr 2003 restauriert worden.
Wenn wir uns vor dem Herrenchörchen umdrehen und an einer Säule hochschauen, finden wir eine interessante Inschrift: HERENFRIDUS ME FECIT. Das heißt auf deutsch: „Herenfrid hat mich gemacht“ und ist ein Hinweis auf den Baumeister. Solche Hinweise gibt es in Kirchen sehr selten.

Taufstein Ende des 15.Jh. Nun kommen wir zum Taufstein. Um ihn herum finden in der St. Petrikirche die Taufgottesdienste statt. Mit der Taufe sagen wir Gott Dank, dass uns ein Kind geschenkt wurde und nehmen es in die weltweite Gemeinschaft der Christen auf. Wir übergießen es dreimal mit Wasser, um zu sagen: nicht das Böse soll dich bestimmen, sondern Gottes guter Geist.
Der Taufstein ist wie ein Kelch geformt und stammt aus dem 15. Jahrhundert. An der Außenseite sind die Heiligen drei Könige abgebildet sowie die Szene von der Taufe Jesu.

Das neue Glaskreuz über dem Hauptaltar Wir stehen jetzt unter den großen Kirchenfenstern. Im 2. Weltkrieg explodierte unmittelbar hinter der Kirche, zwischen St. Petri und St. Patrokli eine Bombe. Sie zerstörte den Chorraum, die Fenster und den Altar. Nach dem Krieg sind neue Fenster in die Kirche gekommen.
1. Die Fenster am Taufstein (Claus Wallner, 1958) zeigen Motive aus dem Alten Testament, von der Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies über die Arche Noah zu den 10 Geboten
2. Die fünf Fenster in der Mitte sind von Vincent Pieper (1960). Sie zeigen Bilder aus dem Neuen Testament: Geburt Jesu (1), Leben Jesu (2), Passion (3), Ostern (4), Pfingsten (5).
3. Die Fenster im südlichen Chor sind wieder von Claus Wallner. Sie sind den Aposteln Petrus und Paulus gewidmet und zeigen Szenen aus ihrem Leben.

Nordfenster von Frere Marc aus Taizé Zwei Fenster sind von Frere Marc aus Taize gestaltet worden. Die blaue Rosette an der Nordseite hat das Thema "erste Schöpfung", das gotische Fenster an der Südseite das Thema "neue Schöpfung".

Im Chorraum ist vom 3. Advent bis Maria Lichtmeß (2. Februar) die große Weihnachtskrippe aufgebaut.
Blick vom Chorraum in das Innere der Kirche Glaskreuz und Glasaltar sind die neuesten Stücke unserer Kirche. Der alte barocke Altar war im Krieg zerstört worden. Vor die bunten Fenster passt kein Altarbild. Daher kam die Idee eines schlichten Altartisches im Chorraum aus den Materialien Glas, Stein und Stahl. 1994 ist der Altar aufgestellt worden, 2001 wurde das dazugehörige Kreuz aufgehängt. Manche finden es zu modern. Andere schätzen es gerade deshalb und weisen darauf hin, dass jede Zeit in der Kirche ihre Spuren hinterlassen hat. Warum nicht auch unsere Zeit?
Die barocke Kanzel (1692/93) Vom Altar aus hat man einen guten Blick auf die barocke, reich verzierte Kanzel. Sie ist in den Jahren 1692/93 von Johann Sasse, Attendorn hergestellt worden. Abgebildet sind allegorische Gestalten wie Glaube (Krummstab), Liebe (Christuskind), Hoffnung (Anker) und Stärke (Säule), die vier Evangelisten Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler) und auch der Kirchenpatron Petrus - aber diesmal nicht mit dem Schlüssel als Machtsymbol, sondern mit dem Hahn, der krähte, als Petrus seinen Herrn verriet! Auf dem Schalldeckel steht eine große Christusfigur.
Der Kleppingaltar von 1525 Gehen wir jetzt auf die andere Seite der Kirche. Dort steht der prächtige Klepping-Altar, der um 1525 in Antwerpen hergestellt worden ist und die Zeichen der dort ansässigen Lukasgilde trägt. Er ist benannt nach der Familie Klepping, die ihn gestiftet hat. In seinem geschnitzten Mittelteil und den bemalten Außenflügeln zeigt der Altar vor allem Szenen aus der Passionsgeschichte. Auf der Aussenseite ist die Familie Klepping abgebildet. Auf der Spitze des Mittelteiles steht die heilige Barbara mit ihrem Symbol, dem Turm.
Vor dem Kleppingaltar finden Kinderkirche und kleinere Gottesdienste statt. In der Passionszeit ist er geschlossen.

Der 'Dornbusch' Den sog. „Dornbusch“ hat ein Schmied aus Eke / Gotland 1991 gefertigt. Hier können Menschen Kerzen kaufen und anzünden – vielleicht für einen Menschen, an den sie denken und für den sie beten.
Wandmalerei an einem Pfeiler im südlichen Seitenschiff (ca. 1430) An einem Pfeiler sieht man wieder eine bedeutende Wandmalerei (1430-40), eine Kreuzigungsgruppe auf blauem Untergrund.
Unter dem Kreuz stehen links Maria und Johannes, rechts eine Gruppe von Frauen. Darunter – wie eine erläuternde Rückblende - die Entkleidung Christi durch die Kriegsknechte und links unten deren Würfeln um die Kleider. An diesem Motiv hatte der Künstler offensichtlich besonderes Interesse.

Auf der Empore steht die Orgel, die aber leider in sehr schlechtem Zustand und nicht mehr in allen Registern spielbar ist. Zur Zeit sammeln wir für ein neues Instrument, das 2006 aufgestellt werden wird (46 Register, drei Manuale, Fa. Späth).

Die Kaiserempore Zur sog. Kaiserempore gab es früher vielleicht einmal einen direkten Zugang von der benachbarten Kaiserpfalz aus. Markierungen im Boden weisen auf einen Thron hin.
Von der Empore aus gelangt man am Glockenstuhl vorbei in den Turm. Es ist ein etwas beschwerlicher Aufstieg bis auf die Brüstung, aber von oben hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt Soest. Regelmäßig führen wir Turmführungen durch, die gut besucht sind.

Die Petrikirche hat sechs Glocken: vier große Läuteglocken im Innern des Turmes sowie zwei kleinere Uhrglocken, die hoch oben in der Turmlaterne hängen. Vier der Glocken sind alt: die „Feuerglocke“ (1702), eine weitere große Glocke (1702), die „Bäckerglocke“ (1711), sowie die Stundenglocke (1711). Sie wurden von den Glockengießern Johann Georg de la Paix und Bernhard Wilhelm Stule gefertigt, nachdem 1702 durch einen Blitzschlag der Turm und mit ihm die alten Glocken zerstört worden waren. Die beiden anderen, die kleine Läuteglocke und die kleine Uhrglocke, wurden wiederholt umgegossen und in den beiden Weltkriegen eingeschmolzen. Sie sind 1956 bzw. 1991 ersetzt worden.

Der Nesterkelch Der Nesterkelch ist der älteste und wertvollste Abendmahlskelch der Kirche. Er heißt so, weil auf ihm drei Nester abgebildet sind: eines mit dem Pelikan, der seine Jungen mit seinem Blut nährt, ein zweites mit dem Phönix, der aus der Asche aufsteigt, ein drittes mit dem Adler, der seine Flügel ausbreitet. Sie stehen für Opfertod, Auferstehung und Himmelfahrt Christi. Am Fuß des Kelches sind die namentlich nicht bekannten Stifter abgebildet: ein Mann und eine Frau, vor dem Gekreuzigten knieend. Auf einem Spruchband die Inschrift „miserere m(e)i d(omi)ne“
Die Petrusstatuette Diese kleine Petrusstatuette stammt aus den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts und ist in der Werkstatt des Zigefridus von Soest gefertigt worden. Sie ist aus vergoldetem Kupfer und wurde ursprünglich als Reliquiar gebraucht.