Petrus und Paulus wieder da

Ein 3/4 Jahr hat die Restaurierung gedauert, jetzt sind Petrus und Paulus wieder an ihrem angestammten Platz im Herrenchörchen der St. Petrikirche. Am 25. November 2003 haben Mitarbeiter der Glaswerkstatt Peters (Paderborn) die restaurierten Fenster wieder eingebaut. Sie sind zweifelsohne ein neuer Blickfang und kunsthistorisch von großer Bedeutung: die Scheiben werden auf das Jahr 1300 datiert und sind damit die ältesten der Kirche und eine der wenigen mittelalterlichen Mosaikverglasungen, die sich in Soest befinden.

Ihre Geschichte ist nicht ganz eindeutig zu rekonstruieren. Ursprünglich haben die Scheiben wohl nicht an dieser Stelle gesessen, sondern irgendwo im Hauptchor. Als dieser neue Fenster bekam, sind sie in den kleinen Seitenraum gewandert und in ein Fenster eingebaut worden, das ebenfalls mittelalterliche Teile besaß. Im 2. Weltkrieg sind einige Scheiben zerstört worden. 1948 hat der Glaser Wilhelm Braucks sich des gesamten Fensters angenommen, es mit den Mitteln und Materialien der Zeit restauriert und einige Scheiben neu angefertigt.

Die Notwendigkeit der Restaurierung der Fenster im Herenchörchen stand schon lange fest. Löcher und Risse waren unübersehbar, Schäden am Bleinetz führten zu Auswölbungen, ein brauner Korrosionsbelag verdunkelte die Scheiben. Dabei waren die jüngsten Bestandteile von 1948 am schlechtesten erhalten.

Unklar war am Anfang, Wieweit die Restaurierung gehen sollte. Es hat eine Zeit gedauert, bis das endgültige Konzept feststand. War erst noch beabsichtigt gewesen, die 1948er Scheiben zu restaurieren, hat sich die Gemeinde dann doch zu einer Neuanfertigung entschlossen.
Folgende Maßnahmen wurden durchgeführt:
1. Einbau einer durchgehenden Schutzverglasung, die die Fenster nach außen sichert,
2. Reinigung und Ausbesserung aller Scheiben.
3. Doublierung der Gesichtszüge der Apostel
3. Neuanfertigung der Scheiben, die nach dem Krieg angefertigt wurden bis auf die Rosette. Ziel war, dass alle Fenster, obwohl sie Teile aus verschiedenen Zeiten enthalten, doch ein stimmiges Ganzes darstellen sollen. Die beiden Nordfenster unterscheiden sich deshalb in ihrer Tönung erheblich von dem Westfenster, das ebenfalls mittelalterliche (und zwei neuangefertigte) Scheiben enthält.

Wir danken:
... zunächst dem Beraterteam:
• Dr. Korn (Münster) und Frau Dr. Ulrike Brinkmann (Köln) als Experten für Fenster und Glasmalerei
• Dr. Oliver Karnau (Münster) und Helmut Schinkel (Soest) als Vertreter der Denkmalspflege
• Dirk Pieper (Kreiskirchenamt Soest) und Reinhard Miermeister (Landeskirchenamt Bielefeld)
• Pfr. Bernd-Heiner Röger, Pfr. Dr. Christian Welck und Prinz zu Waldeck (als Vertreter der Kirchengemeinde)

... dann der Firma Glasmalerei Peters, die sich seit Jahren für die Erhaltung dieses Fensters eingesetzt hat

... dem Kirchenkreis Soest für die Gewährung eines Zuschusses

... und ganz besonders einer Spenderin, die die Restaurierungsmaßnahme zu großen Teilen durch eine Spende finanziert hat!